Finnland/Lappland

Eine Wintererlebniswoche in Harriniva

Im März 2013 haben wir uns einen Traum erfüllt und sind von Düsseldorf über Helsinki nach Kittilä geflogen.

 

Das liegt nördlich des Polarkreises und der Flug dauert ca. 3 Stunden. Von Kittilä aus fuhren wir noch 70 km mit dem Bus nach Muonio, das Dorf in dem die Ferienanlage Harriniva liegt.

 

Die urgemütliche Anlage von Harriniva besteht aus einem Haupthaus mit Gästezimmern und Restaurant sowie einer kleinen Bar mit Kamin und diversen kleinen Bungalows in denen Familien prima unterkommen können. Es gibt eine tolle finnische Sauna im Hauptgebäude und noch einen ausgelagerten Wellnessbereich direkt am Ufer des Flusses Muonio. Im Winter sieht man davon nichts, da alles unter dem Schnee verschwindet. Aber ein Eisloch wird immer offen gehalten - für todesmutige Saunagänger.

 

Der wichtigste Bestandteil des Ferienzentrums Harriniva ist das angrenzende Husky-Dorf.

Mehr als 400 Schlittenhunde haben hier Ihre Hütten. Wenn morgens um 08.00 Uhr das Futter verteilt wird, ist Schluss mit Bettruhe. Dann hört man die Hunde heulen und bellen und kann sich anziehen und zum Frühstück gehen.

 

Wir hatten das komplette Paket bereits vorgebucht: Husky-Safari, Rentier-Safari und Schneemobil-Safari. Das macht auch Sinn, da die Leistungen vor Ort deutlich teurer sind. Zudem benötigt man für eine Hundeschlitten-Tour jeweils 4 bis 6 Hunde pro Person und natürlich einen Hundeschlittenführer. Wir waren mit 12 Personen in unserer Gruppe und wurden nochmals in zwei 6er Gruppen unterteilt. Jede 6er Gruppe hatte einen Hundeschlittenführer als Anführer, dem die anderen Hunde automatisch folgten. Somit hatten wir mit 12 Gästen schon 60 Hunde in Beschlag genommen. Ja, da kommt ganz schön was zusammen, an Hunden.

 

Zuerst gab es die nötige Ausrüstung für jeden von uns: Thermooverall, Thermoboots, Socken, Fausthandschuhe und Sturmhauben. Die Sachen waren echt super und wurden von allen mit Begeisterung täglich getragen. Bei bis zu minus 20 Grad in der Nacht waren die Thermosachen auch wirklich nötig.

 

Am ersten Tag ging es direkt in voller Montur zu den Hunden. Die Gespanne wurden zugewiesen und jeder machte sich mit seinem Schlitten vertraut. Die Handzeichen zur Verständigung hatte man uns vorher schon beigebracht und sobald alle auf Ihren Schlitten standen, ging es los. Ganz wichtig beim Hundeschlitten-Fahren ist das Bremsen. Man bremmst fast die ganze Zeit. Entweder mit dem linken oder dem rechten Fuss steht man auf der Bremse. Wenn man den Hunden freien Lauf lässt, haut es einen in der nächsten Kurve garantiert vom Schlitten. Die Tiere haben dabei unheimlich Spass. Wir fuhren über zugefrorene Seen und durch verschneite Wälder. Die Tagesetappe lag bei 25 bis 30 km. Zu Mittag haben wir an einem kleinen Unterstand gerastet und unser Reiseleiter Timo, der mit einem Motorschlitten vorgefahren war, hat an einer Feuerstelle köstliche Lachs-Döner zubereitet. Also Fladenbrot getoastet, mit Remoulade bestrichen und ein frisches Stück gegrillten Lachs hineingelegt. Jeder von uns aß mindestens 2 davon... Die Nachmittagsetappe war dann etwas kürzer und da die Hunde das wohl schon wussten, gaben Sie auf den letzten Kilometern nochmal richtig Gas.

 

Das Ziel war eine Wildnis-Hütte an einem See. Dies war unser Lager für die Nacht. Im Untergeschoss gab es einen großen Wohnraum mit Küche und Holzofen und im Obergeschoss ganz viele Matratzen. Natürlich gab es auch eine Toilette, aber keine Dusche. Dafür gab es in der Nachbarhütte die berühmte finnische Sauna. Im Vorraum der Sauna standen Kessel mit unterschiedlich temperiertem Wasser und Gefäße, um das Wasser zu schöpfen. Das ersetzte dann die Dusche. Erst abwaschen, dann in die Sauna, danach durch den Schnee kugeln und dann wieder mit Wasser abwaschen. Krebsrot und frisch setzten wir uns dann an den Küchentisch und Timo zauberte uns ein köstliches Abendessen. Rentiergulasch mit Preisselbeeren und Nudeln. Köstlich! Todmüde und eingelullt vom Holzfeuer im Ofen sind wir an diesem Abend alle früh ins Bett gegangen.

 

Am nächsten Morgen gab es erst einmal ein zünftiges Frühstück. Während wir noch aßen, hatten die beiden finnischen Hundeschlittenführer schon die Hunde gefüttert. Noch einmal fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein durch die finnische Winterlandschaft.

Es wurde sogar bis zu einem Grad warm! Zu Mittag fuhren wir wieder einen Holzunterstand mit Feuerstelle an. Diesmal gab Timo jedem von uns einen Stock in die Hand und wir brieten geräucherte Rentierwürstchen über dem Feuer. Am späten Mittag kamen wir dann wieder in Harriniva an und mussten uns schweren Herzens von unseren Hunden verabschieden. Also, ich hätte auch gut die fünf Tage Husky-Safari machen können.

 

Aber wir wollten ja noch die Rentierfarm besuchen. Da ging es am nächsten Tag auch hin. Bei Marcu und seiner Frau Ona lernten wir viel über die Haltung und das Leben mit den Rentieren. Zuerst wurde mal angespannt. Immer zwei Personen bekamen einen Schlitten und ein Rentier davor gespannt. Das lief dann auch sofort alleine los. Es kannte den Weg wohl schon. Nach einer Weile liefen dann alle Rentiere mit ihren Schlitten in einer Kolonne durch die verschneite Landschaft. Marcu, Ona und unser Timo fuhren auf Ihren Schneemobilen schon mal vor zum Treffpunkt, um das Feuer zu entfachen und den Eintopf vorzubereiten.

 

In einer Kota (Lappenzelt) nahmen wir dann unser Mittagessen zu uns und unterhielten uns mit den Finnen über ihr Leben und über die Unterschiede zu unserem. Bei Kaffee und Tee ließen wir es uns noch eine Weile gutgehen und brachen dann mit unseren Rentierschlitten auf  - zurück zur Farm. Auch den Rückweg fanden die Tiere von alleine.

 

Auf der Farm bekamen wir dann noch eine Lektion im "Rentier einfangen". Marcu zeigte uns, wie man das Lasso einrollt, hält und schließlich auch wirft. Einer von uns musste dabei das Rentier spielen, also mit einem Geweih auf dem Kopf wild hin und her laufen. Das alleine war schon sehr witzig. Obwohl wir ja nur ein paar Stunden dort waren, viel uns der Abschied doch schon schwer, da wir neue Freunde gewonnen hatten. Umso größer war die Freude als wir feststellten, dass Ona an Wochenenden in unserem Hotel Harriniva als Türsteherin der kleinen Bar arbeitete. Das war auch wieder sehr lustig, da die Finnen ja ein etwas anderes Verhältnis zum Alkohol haben ... Und die Landjugend hatte auf jeden Fall großen Respekt vor unserer Ona.

 

Am nächsten Tag stand die Schneemobil-Safari an. Nach eine kurzen Einweisung, ging es auch schon los. Wenn man die Möglichkeit und einen Führerschein hat, sollte man selber fahren. Als Beifahrer auf so einem Schneemobil wird man nämlich ordentlich durchgeschüttelt und bei einer Ganztagestour ist das auch recht anstrengend.

 

Wir fuhren zuerst auf den höchsten Berg der Umgebung, um uns einen Überblick über die Landschaft zu verschaffen. Danach ging es durch tief verschneite Wälder und hügelige Landschaften.  Auf den Seen konnte man dann auch mal Vollgas geben. Das war für die Herren der Runde auf jeden Fall ein Highlight. Mittags kehrten wir wieder in einer Kota am See Järisjärvi ein und Timo briet uns köstliche Rentier-Steaks auf dem offenen Feuer. Bei strahlendem Sonnenschein blieben wir noch ein Weilchen am See sitzen und genossen die Landschaft.

 

Danach ging es rasant auf die zweite Etappe unserer Tour. Timo fuhr mit uns zu einer einsamen Lichtung, wo offensichtlich selten jemand hinkam. Hier gab es unberührten Tiefschnee und wir mussten feststellen, dass Tiefschneefahren gelernt sein will. Mehrmals mussten die Männer festgefahrene Schneemobile freibuddeln. Die Beifahrer mussten solange natürlich absteigen,  was  zu viel Gelächter führte. Sobald man vom Mobil kletterte, versank mannämlich fast bis zur Hüfte im Schnee. Das schränkte die Bewegungsmöglichkeit doch sehr ein. Teilweise auf dem Bauch liegend, krabbelten wir zu festgefahrenen Schneeinseln, die unser Gewicht dann auch trugen. Etwas müde und sehr glücklich, erreichten wir dann wieder unsere Ferienanlage. Vor dem Abendessen gingen wir nochmal eine Runde in die Sauna.

 

Als wir dann kurz nach 20 Uhr noch beim Essen saßen, wurden plötzlich alle Lichter im Hotel und außerhalb des Hotels gelöscht. Eine Bedienung kam in unseren kleinen Speisesaal und klärte uns auf: Polarlichter! Um sie besser sehen zu können, werden tatsächlich alle störenden Lichtquellen gelöscht. Das ist aber auch egal, weil ja eh keiner mehr was anderes macht. Alle rannten raus und schauten in den Himmel. Kurz darauf rannten alle wieder rein, um sich etwas Wärmeres anzuziehen, um dann wieder rauszulaufen. Bei minus 20 Grad braucht man Mütze und Schal sowie Handschuhe, um es länger als fünf Minuten draußen auszuhalten.

 

Das Nordlicht ist spektakulär. Meist ist es weiß oder grün. Unseres fing in weißen Schwaden an und ging dann ins Grüne über. Mal bewegt es sich langsam wabernd über den Himmel, mal verändert es so schnell wie aufsteigender Rauch seine Form und Farbe. Wir beobachteten es so lange, bis unsere Füße eingefroren waren. Es war ein traumhafter Abschluss eines traumhaften Urlaubs. Wir kommen bestimmt wieder ...

 

 

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